Treffen Sie sich mit uns in der Steuerbar zum regelmäßigen Austausch. Einerseits beschäftigen wir uns hier mit steuerlichen Themenstellungen, andererseits auch mit Fragen zur Steuerung des Unternehmens oder der privaten Finanzsituation.

Juli 27, 2018
AKuntz

Digitaler Nachlass

Der digitale Nachlass

Was ist das überhaupt – digitaler Nachlass?

Die meisten von uns haben heute einen E-Mail-Account. Hinzu kommt in vielen Fällen noch ein oder mehrere Social Media Accounts, z.B. bei Facebook, Twitter, LinkedIn, XING, Google+, Discord und wie sie alle heißen. Ich könnte hier noch eine Vielzahl weiterer Punkte nennen, wichtig sind mir vor allem die, an die man vielleicht nicht direkt denkt. Passwörter zu Cloud-Speichern, Mobilfunk-Verträge, Einkaufsportale wie eBay oder Amazon, Konten bei Online-Banken, Online-Programm-Verträge (z.B. Office 365, Tageszeitungen, Versicherungen, …), Webseiten, Messenger wie WhatsApp, Threema, Telegram und vieles mehr. Zunächst sind dies in den meisten Fällen nur Passwörter. Im Falle des Ablebens ist all dies – und noch einiges mehr – digitaler Nachlass.

Deutlich mehr als die Hälfte aller Deutschen nutzt das Internet und hinterlassen darin ihre Spuren. Und nun die Frage: Wer erbt diese Daten, wenn etwas passiert? Natürlich die Hinterbliebenen: Aber wie kommen diese an die Daten ran?
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Mai 20, 2018
AKuntz

Verfassungwidrigkeit von Zinsen auf Steuern?

Verfassungswidrigkeit von Zinsen auf Steuern?

Aktueller Beschluss des BFH

Vergangene Woche habe ich einen für – zumindest in Deutschland – Steuerpflichtige vielleicht sehr guten Beschluss gelesen. Wer schon einmal Zinsen auf Steuern bezahlen musste, weil vielleicht die Steuererklärung zu spät abgegeben wurde oder das Finanzamt eine Nachzahlung festgesetzt hat, hat sich in den vergangenen 10-20 Jahren geärgert. Satte 6 % pro Jahr beträgt der Zinssatz nach den deutschen Steuergesetzen. (mehr …)

Mai 9, 2018
AKuntz

Ringvorlesung Gründungsmanagement

Ringvorlesung Gründungsmanagement

Am kommenden Montag, 14. Mai 2018 bin ich mal wieder an der Uni zur Ringvorlesung Gründungsmanagement. Prof. Dr. Kußmaul bietet diese an seinem Lehrstuhl an. In insgesamt 12 Vorlesungsterminen werden den Studenten „Inhalte und praktische Erfahrungen für Unternehmensgründer und Nachwuchsmanager“ vermittelt. (mehr …)

Mai 8, 2018
AKuntz

Deutsch-Französischer Entdeckungstag

Deutsch-französischer Entdeckungstag

Heute stecke ich in den letzten Vorbereitungen zum deutsch-französischen Entdeckungstag. Dieser wird durchgeführt vom DFJW/OFAJ (Deutsch-Französisches Jugendwerk). Dieser Tag ermöglicht es in meinem Fall, dass französische Jugendliche in mein Büro in Deutschland kommen. Wir werden darüber sprechen, ob und wenn ja, wie wichtig es ist, im heutigen Berufsleben Fremdsprachen zu beherrschen und ob es Sinn macht, diese schon in der Schule zu lernen (meine persönliche Auffassung dazu lautet klar: ja).

Da ich als Steuerberater in Saarbrücken in der Grenzregion zu Frankreich und Luxemburg ansässig bin, stelle ich häufig fest, dass die grenzüberschreitende Zusammenarbeit durch Kenntnis der jeweils anderen Sprache deutlich vereinfacht wird.

Dieses Projekt ist kein rein fachliches für mich. Ich stelle der Schulklasse ehrenamtlich meine Arbeitszeit zur Verfügung und werde morgen Zeit mit den Schülern verbringen; wir werden deutsch sprechen, wir werden französisch sprechen und wir werden wahrscheinlich auch ein Stück weit mit Händen und Füßen sprechen müssen. Ich bin gespannt, was der Tag morgen sowohl mir als auch der französischen Schulklasse bringen wird und freue mich darauf.

Die Webseite des DFJW zum Entdeckungstag: https://www.dfjw.org/meldungen/neues-vom-entdeckungstag.html

Und mich kann man hier kontaktieren, falls Fragen hierzu bestehen.

Beitrag vom 08.05.2018

März 26, 2018
AKuntz

Kryptowährungen und Bitcoin im deutschen Steuerrecht

In Deutschland haben sich bisher die Bundesregierung und die Finanzverwaltung zum steuerlichen Umgang mit Kryptowährungen geäußert. Die Grundsätze aus diesen beiden Äußerungen möchte ich im Folgenden kurz zusammenfassen:

1. Generierung von Kryptowährungen

Zunächst muss unterschieden werden, ob es sich bei der Generierung von Kryptowährungen um eine gelegentliche oder um eine gewerbliche Tätigkeit handelt. Im Falle der gelegentlichen Tätigkeit kann es sich um Einkünfte aus sonstigen Leistungen im Sinne des § 22 Nr. § EStG handeln; diese sind erst ab einem Betrag von 256 € pro Kalenderjahr einkommensteuerpflichtig.

Stattdessen können Bitcoins und andere Kryptowährungen auch im Rahmen einer gewerblichen Tätigkeit mit Gewinnerzielungsabsicht angeschafft oder hergestellt werden. Gewinne aus der Veräußerung oder dem Tausch der Kryptowährung sind in diesem Fall als Einkünfte aus Gewerbebetrieb zu erfassen. Kosten, die im Zusammenhang mit der Generierung der Kryptowährung entstehen, sind hierbei als Betriebsausgaben abzugsfähig.

2. Kauf und Verkauf von Kryptowährungen im Privatvermögen

Falls die Zeitspanne zwischen Erwerb und Veräußerung von Bitcoin und anderen Kryptowährungen nicht mehr als ein Jahr beträgt, führen Gewinne und Verluste aus dem Verkauf zu sonstigen Einkünften aus privaten Veräußerungsgeschäften. Bezüglich der Anschaffungskosten ist die sog. Fifo-Methode anzuwenden, falls Bitcoin oder andere Kryptowährungen in mehreren Tranchen erworben wurden. Sofern in diesem Bereich Gewinne erzielt werden, gilt eine jährliche Freigrenze von 600 €. Sollten Verluste erwirtschaftet werden, gehören diese auch in die Steuererklärung. Sie können allerdings nur mit zukünftigen Gewinnen aus privaten Veräußerungsgeschäften verrechnet werden.

Als zusätzliche Voraussetzung muss berücksichtigt werden, dass die Bitcoins oder anderen Kryptowährungen nicht selbst generiert wurden. Erstens kommt dann die unter 1. genannte Konsequenz zur Anwendung. Zweitens kann die Vorschrift über private Veräußerungsgeschäft nicht greifen, da die Kryptowährungen in diesem Fall nicht angeschafft wurden.

3. Hingabe von Kryptowährungen als Zahlungsmittel

Werden Bitcoins oder andere Kryptowährungen als Zahlungsmittel eingesetzt, gilt diese Hingabe als Veräußerung der jeweiligen Kryptowährungseinheiten. Sind die Voraussetzungen für ein privates Veräußerungsgeschäft erfüllt, führt dieser Vorgang ebenfalls zu sonstigen Einkünften aus privaten Veräußerungsgeschäften.

Da die Kryptowährung für den Erwerb einer bestimmten Ware oder Dienstleistung eingesetzt wird, ist der Wert der Ware oder Dienstleistung in Euro als Veräußerungspreis der Kryptowährung anzusetzen. Auch in diesem Fall sind bei der Gewinnermittlung aus dem Verkauf der Kryptowährung die Anschaffungskosten vom Veräußerungspreis abzuziehen.

4. Umsatzsteuerrechtliche Fragen im Zusammenhang mit Kryptowährungen

Bereits der EuGH hat mit Urteil vom 22.10.2015 geklärt, dass es sich beim Umtausch von konventionellen Währungen in virtuelle Währungen und umgekehrt einerseits um eine Dienstleistung gegen Entgelt handelt. Diese ist allerdings umsatzsteuerfrei, sowohl nach Vorschriften der europäisch harmonisierten Umsatzsteuer-Systemrichtlinie als auch nach dem deutschen Umsatzsteuergestz. Soweit die Kryptowährungen keinem anderen Zweck als dem eines reinen Zahlungsmittels entsprechen, sind sie der Verwendung von konventionellen Zahlungsmitteln gleichzusetzen. Werden also Bitcoin oder andere Kryptowährungen nur zur Begleichung von Rechnungen hingegeben, ist diese Entgeltentrichtung nicht umsatzsteuerbar.

Akzeptiert allerdings ein umsatzsteuerrechtlicher Unternehmer für eine von ihm erbrachte Lieferung oder sonstige Leistung Kryptowährungen, schuldet er für den diesbezüglichen Umsatz die gesetzliche Umsatzsteuer.

Soviel erst mal zu den Äußerungen der deutschen Bundesregierung und des deutschen Finanzministeriums.

5. Weitere Ergänzungen

Ungeklärt ist weiterhin die umsatzsteuerrechtliche Behandlung des Generierens von Kryptowährungen (Mining). Die Europäische Kommission hat hierzu Erörterungen im Mehrwertsteuerausschuss angestoßen, allerdings sind diese bisher noch nicht abgeschlossen.

Auffällig ist weiterhin, dass in den Äußerungen die Worte Bitcoin und Kryptowährungen weitgehend synonym genutzt werden. Die Blockchain allerdings deutlich weitere Einsatzbereiche, als nur konventionelle Währungen zu ersetzen. Diese Schreiben gehen das Thema also nicht umfassend an. Was dargestellt wird, ist die am ehesten massentaugliche Thematik, dass Bitcoin gehandelt werden (Kauf und Verkauf).

Wie eingangs dargestellt, wollte ich hier nur mal einen kurzen Überblick über die Sichtweise der deutschen Bundesregierung und der deutschen Finanzverwaltung geben. Damit sind leider noch lange nicht alle Fragen geklärt.

Es stellen sich weiterhin eine Menge Fragen. Zum Beispiel stellt sich auch die Ermittlung der Einkünfte für den ganz einfachen – und fast schon alltäglichen – Fall, dass ein Anleger auf einer Online-Plattform Kryptowährungen gekauft und wieder verkauft hat, als durchaus schwierig dar. Eine Rolle spielt darin unter anderem, dass die Handelsplattformen eine Datenaufbereitung für deutsche (steuerliche) Zwecke weder kennen noch zur Verfügung stellen. Hier bleibt es jedem selbst überlassen, wie er die in Deutschland steuerpflichtigen Daten korrekt zusammenstellt und in der Steuererklärung angibt.

Ungeachtet dessen darf diese Problematik aber nicht liegen gelassen werden. Der Nutzer der Kryptowährungen trägt das Risiko, ungewollt streuerstrafrechtlich relevante Tatbestände zu verwirklichen.

Fragestellungen in diesem Zusammenhang können wir gerne diskutieren. Bitte nehmen Sie Kontakt mit uns auf.

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