Weihnachtsfeier als Betriebsveranstaltung

Oktober 26, 2017 AKuntz No comments exist

Weihnachten steht schon bald wieder bevor. Auch viele Unternehmen planen ihre Weihnachtsfeiern. Als Betriebsveranstaltung liegen diese im eigenbetrieblichen Interesse. Dadurch sind sie dem Grunde nach lohnsteuerfrei. Zu beachten ist aber die Höchstgrenze von 110 Euro pro Arbeitnehmer. Wird dieser Betrag überschritten, muss der übersteigende Betrag versteuert werden. Dies kann individuell oder pauschal mit 25 % vorgenommen werden.

Damit steuerlich nichts schief geht, beachten Sie bitte die folgenden Hinweise:

Hinweis 1: Betriebliche Veranlassung der Weihnachtsfeier

Lohnsteuerfrei sind die Aufwendungen des Arbeitgebers, wenn sie im überwiegenden eigenbetrieblichen Interesse liegen. Bei üblichen Betriebsveranstaltungen ist dies gegeben, wenn

  • alle Betriebsangehörigen, auch die Mini-Jobber, eingeladen sind
  • die Betriebsveranstaltung zur Förderung des Kontaktes der Arbeitnehmer untereinander und zur Förderung des Betriebsklimas dient
  • nicht mehr als 2 Veranstaltungen pro Jahr durchgeführt werden

Bei Nichteinhaltung dieser Voraussetzungen muss der Arbeitgeber die Aufwendungen als steuerpflichtigen Arbeitslohn behandeln.

Aber der 3. Betriebsveranstaltung im Jahr besteht auf jeden Fall Lohnsteuerpflicht. Nun kommt der Spartipp: Allerdings kann der Unternehmer für buchhalterische und steuerliche Zwecke die teureren Veranstaltungen als lohnsteuerfreie Betriebsveranstaltung auswählen und nur die günstigste Veranstaltung besteuern.

Hinweis 2: Höchstgrenze von 110 Euro pro Arbeitnehmer

Die Weihnachtsfeier stellt wie andere Betriebsveranstaltungen auch grundsätzlich eine Zuwendung des Arbeitgebers an seine Arbeitnehmer dar. Lohnsteuerfreiheit wird gewährt, wenn die Zuwendung pro Arbeitnehmer und pro Betriebsveranstaltung den Betrag von 110 Euro nicht überschreitet.

Falls die Höchstgrenze von 110 Euro pro Arbeitnehmer und Betriebsveranstaltung überschritten wird, muss der übersteigende Betrag als steuerpflichtiger Arbeitslohn erfasst werden. Hier hat der Arbeitgeber ein Wahlrecht, ob er die Lohnsteuer pauschal oder individuell ermittelt.

Hinweis 3: Korrekte Ermittlung der Kosten für die Weihnachtsfeier

Egal, ob die entstandenen Aufwendungen für die Weihnachtsfeier bestimmten Mitarbeitern direkt zurechenbar sind oder ob es sich um rechnerische Anteile an den Gesamtkosten der Weihnachtsfeier handelt: alle Kosten der Betriebsveranstaltung sind einzubeziehen. Nur Allgemeinkosten werden bei der Berechnung nicht berücksichtigt.

Nach Addition aller für die Weihnachtsfeier entstandenen Kosten wird der Gesamtbetrag durch die Anzahl der Teilnehmer geteilt. Ist das Ergebnis geringer als 110 Euro, bliebt die Weihnachtsfeier lohnsteuerfrei.

Hinweis 4: Einladung von Familienangehörigen zur Weihnachtsfeier

Der Höchstbetrag von 110 Euro gilt pro Arbeitnehmer. Aufwendungen, die auf Ehegatten und Kinder des Arbeitnehmers entfallen, werden dem jeweiligen Arbeitnehmer zugerechnet. Überschreiten die Kosten dieses Arbeitnehmers unter Berücksichtigung seiner Familienangehörigen den Betrag von 110 Euro, so liegt lohnsteuerpflichtiger Arbeitslohn vor.

Hinweis 5: Umsatzsteuerliche Beurteilung der Weihnachtsfeier

Solange der Rahmen der Betriebsveranstaltungen üblich ist (nicht mehr als 2 Veranstaltungen pro Jahr, Kosten pro Arbeitnehmer überschreiten nicht 110 Euro), liegen keine umsatzsteuerbaren Umsätze vor.

Liegen die Kosten pro Arbeitnehmer über 110 Euro, liegt nach Ansicht des Gesetzgebers die Befriedigung des privaten Bedarfs vor. Für den Unternehmer = Arbeitgeber entfällt der Vorsteuerabzug in diesem Fall.

Es handelt sich bei dem vorstehenden Text lediglich um allgemeine Informationen, die nicht jeden Sachverhalt widerspiegeln können.

Bei Zweifelsfragen sprechen Sie uns bitte an. Wir sind Ihnen gerne behilflich.

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