Steuerrechtliche Änderungen 2018

Dezember 26, 2017 AKuntz No comments exist

Änderungen ab 2018

Auch im nächsten Jahr erwarten uns wieder steuerrechtliche Änderungen 2018. Die gesetzlichen Rahmenbedingungen wurden im Wesentlichen schon in 2016 und in 2017 geschaffen.

Verlängerung von Steuererklärungsfristen

Bisher 2017 mussten Steuererklärungen im Regelfall bis zum 31. Mai des Folgejahres beim Finanzamt eingereicht werden. Wer einen Steuerberater mit der Erstellung beauftragte, hatte Fristverlängerung bis zum 31.12. des Folgejahres.

Ab dem Steuerjahr 2018 gilt eine neue Frist: Die Steuererklärungen müssen erst bis zum 31. Juli des Folgejahres (für die Steuererklärung 2018 also bis zum 31.7.2019) beim Finanzamt eingehen. Wird ein Steuerberater beauftragt, so wird die automatische Fristverlängerung bis zum 28./29. Februar des übernächsten Jahres gewährt. Fristende für die Steuererklärung 2018 wäre bei Beauftragung eines Steuerberaters also der 29. Februar 2020.

Hinweis: In Ausnahmefällen kann das Finanzamt auch zukünftig vorab die Einreichung von Steuererklärungen verlangen.

Verspätungszuschläge drohen schneller

Eine Neuregelung im Gesetz erfahren auch die Verspätungszuschläge. Ausschlaggebend für die Festsetzung von Verspätungszuschlägen ist zukünftig nur noch das Nichteinhalten des Abgabetermins. Die Verschärfung: Verspätungszuschläge drohen zukünftig auch dann, wenn die Steuer 0 € beträgt oder es sogar zu einer Steuererstattung für den Steuerpflichtigen kommt.

Der Verspätungszuschlag beträgt für jeden angefangenen Monat der Verspätung 0,25 % der Steuernachzahlung, mindestens aber 25 € pro Monat. Die Mindestbeträge werden zukünftig auch in den Fällen von Nullfestsetzung oder Steuererstattung fällig.

Belegvorhaltepflicht

Die neuen gesetzlichen Regelung bringen aber auch Vereinfachungen: So dürfte die neue Belegvorhaltepflicht zu werten sein. Waren bisher noch bestimmte Belege beim Finanzamt einzureichen, so wird diese Regelung von der bisherigen Belegvorlagepflicht in eine Belegvorhaltepflicht geändert. Das bedeutet, dass Belege nicht mehr zwingend beim Finanzamt eingereicht werden müssen, sondern nur noch auf Nachfrage vorgelegt werden müssen.

Belege dürfen natürlich auch zukünftig freiwillig dem Finanzamt zur Verfügung gestellt werden. Dass kann z. B. dann Sinn machen, wenn man ungewöhnliche bzw. ungewöhnlich hohe abzugsfähige Kosten hatte und eine Nachfrage des Finanzamtes sehr wahrscheinlich ist. Dann kann das Mitsenden der Belege den Veranlagungsprozess und die Erstattung von Steuerbeträgen durch das Finanzamt beschleunigen.

Automatisierte Bearbeitung

Zukünftig sollen die meisten Steuererklärungen automatisiert elektronisch bearbeitet werden. Die Bearbeitung der Steuererklärungen durch den Computer führt auch zu einem automatisierten Versand der Steuerbescheide und zu automatisierten Korrekturen, wenn meldepflichtige Daten geändert werden müssen.

Allerdings nutzt die Finanzverwaltung ein Risikomanagementsystem. Prüfungsbedürftige Fälle sollen durch dieses erkannt werden und einem Sachbearbeiter zur Prüfung ausgesteuert werden.

Zusätzlich werden einige Steuererklärungen durch ein Zufallsverfahren ausgewählt und ebenfalls manuell überprüft. Die Sachbearbeiter beim Finanzamt haben zudem jederzeit die Möglichkeit, Steuererklärungen individuell zu prüfen.

Diese automatisierte Bearbeitung soll dazu führen, dass bei der Steuerveranlagung beim Finanzamt weniger Sachbearbeiter benötigt werden. Die frei werdenden Kapazitäten sollen dann in die Prüfung risikobehafteter Fälle und bei Betriebsprüfungen von Unternehmen eingesetzt werden.

Datenübertragung und Kommunikation elektronisch

Schon heute werden von einer Vielzahl von Personen steuerlich relevante Daten an das Finanzamt übermittelt. Dies sind vor allem der Arbeitgeber, Träger der gesetzlichen Rentenversicherung, Leistungsträger von Lohnersatzleistungen, Krankenversicherungen, Banken und viele mehr.

Zukünftig sollen Steuerpflichtige abrufen können, welche Daten bereits dem Finanzamt vorliegen und diese ggfs. auch korrigieren können. Diese Informationen sollen dann auch direkt in die Steuererklärung übernommen werden können. Die vorausgefüllte Steuererklärung, die schon 2014 eingeführt wurde, wird dadurch weiter ausgebaut.

Das Besteuerungsverfahren soll auch weiterhin modernisiert werden. So soll es zukünftig die Möglichkeit geben, dass der Steuerpflichtige einwilligt, dass seine Steuerbescheide vom Finanzamt nicht mehr per Post verschickt werden, sondern elektronisch zum Abruf bereitgestellt werden.

Korrektur von Rechen- und Schreibfehlern des Steuerzahlers

Eine weitere Änderung ist zugunsten der Finanzverwaltung vorgesehen: Steuerbescheide können zukünftig auch nachträglich geändert werden, wenn durch Schreib- oder Rechenfehler zu wenig Steuern gezahlt wurden. Hat. z. B. ein Steuerpflichtiger in der Steuererklärung mehrere Kostenpositionen erfasst und versehentlich einen Beleg doppelt als Ausgabe erfasst und das Finanzamt hat diesen Rechenfehler auf den Steuerbescheid übernommen, obwohl dem Finanzamt die Belege vorlagen und es damit den Fehler erkennen konnte (offenbare Unrichtigkeit), war ein spätere Änderung ausgeschlossen. Mit der Neuregelung kann das Finanzamt die Änderungen nun doch noch vornehmen.

Fragen?

Sollten Sie Fragen haben, sprechen Sie uns bitte an. Wir sind Ihnen gerne behilflich.

 

Diese Zusammenfassung ist nur ein grober Überblick über die einzelnen Änderungen ohne Anspruch auf Vollständigkeit.

Erstellung des Beitrages: 26.12.2017

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