Steuerpflichtige Rentner

Dezember 13, 2017 AKuntz No comments exist

54.000 Rentner müssen erstmals Steuern zahlen

Die Anzahl der steuerpflichtigen Rentner steigt: Gestern, am 12.12.2018, hat die Bundesregierung über dts Nachrichtenagentur mitgeteilt, dass in 2018 voraussichtlich 54.000 Rentner erstmals Steuern zahlen müssen. Mit dann rd. 4,4 Millionen steuerpflichtigen Senioren hat sich die Zahl gegenüber 2005 fast verdoppelt.

Hintergrund

Hintergrund der Prognose ist das für 2018 erwartete Rentenplus. Durch die Erhöhung der Renten werden mehr Rentner das steuerfreie Existenzminimum überschreiten (in 2018: 9.000 € für Alleinstehende, 18.000 für Verheiratete).

Vorgehensweise bei der Besteuerung

Der Anteil der Rente, der besteuert wird, hängt vom Jahr des Rentenbeginns ab. Rentner, die bis 2005 in Rente gingen, müssen 50 % der Rente versteuern. Neurentner ab 2018 müssen 76 % der Rente versteuern.

Übersteigt der Jahresrentenbetrag nach Abzug von 102 € Werbungskostenpauschale und persönlichem Rentenfreibetrag den oben genannten Grundfreibetrag (9.000 € / 18.000 €), ist die Abgabe einer Steuererklärung verpflichtend.

Besondere Hürden

Die Abgabe der Steuererklärung soll nach dem Willen des Gesetzgebers in elektronischer Form erfolgen. Viele Rentner besitzen jedoch keinen Computer, um damit die Steuererklärung abzugeben. Und es ist vorstellbar, dass Personen, die während ihrer aktiven Berufstätigkeit nicht mit Computern gearbeitet haben, dies auch jetzt nicht tun und nur für die Steuererklärung nicht wollen.

Hinzu kommt: Falls Rentner nicht nur die Einkünfte aus der gesetzlichen Rentenversicherung haben, sondern evtl. auch eine Immobilie oder eine Wohnung vermieten, sind diese Einkünfte ebenfalls in der Steuererklärung anzugeben.

Tipps und Tricks

Allerdings: Die tatsächliche Steuerbelastung kann durch die Berücksichtigung bestimmter Ausgaben reduziert werden. In Frage kommen z.B. Ausgaben für Versicherungen, Krankheitskosten oder Reparatur- und Umbaukosten am Wohnhaus bzw. in der Wohnung.

Kapitalertragsteuer zurückholen: Haben Rentner Geld angelegt und dafür Zinsen und/oder Dividenden erhalten, so sind bei diesen Einkünften im Regelfall schon die Kapitalertragsteuer, der Solidaritätszuschlag und evtl. Kirchensteuer von der Bank einbehalten und ans Finanzamt abgeführt worden. Gerade bei Rentnern kann sich die Abgabe der Steuererklärung auch lohnen, wenn der persönliche Einkommensteuersatz niedriger ist als der Abgeltungsteuersatz von 25%. Die Differenz bekommt man nämlich vom Finanzamt zurückerstattet. Dazu gibt man die Kapitalerträge und die darauf entrichteten Steuern in der Steuererklärung an und beantragt die Günstigerprüfung. Dann wird das Finanzamt die zu viel einbehaltene Steuer zurückerstatten.

Unterstützung

Gerne unterstützen wir bei der Erstellung der Steuererklärung. Sprechen Sie uns bitte an.

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.