Treffen Sie sich mit uns in der Steuerbar zum regelmäßigen Austausch. Einerseits beschäftigen wir uns hier mit steuerlichen Themenstellungen, andererseits auch mit Fragen zur Steuerung des Unternehmens oder der privaten Finanzsituation.

RSS Aktuelle Kurzmeldungen

  • Praxis-Tipp: Umfang der Kürzung des Werbungskostenabzugs bei Stipendiumsleistungen Oktober 20, 2020
    Ein Werbungskostenabzug kommt nur in Betracht, soweit dem Steuerpflichtigen Aufwendungen entstanden sind. Diese müssen zu einer wirtschaftlichen Belastung führen.Mehr zum Thema 'Studium'...Mehr zum Thema 'Werbungskosten'...Mehr zum Thema 'Einkommensteuer'...Mehr zum Thema 'Arbeitnehmerbesteuerung'...
  • BZSt: Antragsfristen im Vorsteuer-Vergütungsverfahren Oktober 20, 2020
    Das BZSt informiert zu den Antragsfristen für Unternehmer aus EU-Mitgliedstaaten und für Unternehmer aus Drittstaaten im Vorsteuer-Vergütungsverfahren.Mehr zum Thema 'Vorsteuervergütung'...Mehr zum Thema 'Frist'...Mehr zum Thema 'Umsatzsteuer'...
  • FG Düsseldorf: Ausschluss der erweiterten Gewerbesteuerkürzung Oktober 20, 2020
    Das FG Düsseldorf hat entschieden, dass der Ausschluss der erweiterten Kürzung nach § 9 Nr. 1 Satz 5 Nr. 1a GewStG auch dann gilt, wenn der Gesellschafter nicht gewerbesteuerpflichtig ist.Mehr zum Thema 'Gewerbesteuer'...Mehr zum Thema 'Gesellschafter'...
  • BMF, Oberste Länder-Finanzbehörden Kommentierung: Zuständigkeiten für Billigkeitsmaßnahmen Oktober 19, 2020
    Mit einem BMF-Schreiben sowie einem gleichlautenden Ländererlass haben die Finanzbehörden Stellung zu der Frage genommen, welche Behörde bis zu welchem Betrag Billigkeitsmaßnahmen für Steuerpflichtige gewähren darf.Mehr zum Thema 'Erlass'...Mehr zum Thema 'Stundung'...Mehr zum Thema 'Abgabenordnung'...
  • BFH Kommentierung: Aufwendungen für eine Eventagentur Oktober 19, 2020
    Die Aufwendungen für eine Eventagentur, die der Arbeitgeber mit der Durchführung einer Betriebsveranstaltung beauftragt, sind bei den Arbeitnehmern nicht als geldwerter Vorteil zu berücksichtigen. Bei der Teilnahme von Kunden erhöhen diese Kosten dagegen den Wert der Sachzuwendung, auch wenn sie bei ihnen keinen Vorteil begründen.Mehr zum Thema 'Geschenk'...Mehr zum Thema 'Einkommensteuer'...Mehr zum Thema 'Sachleistung'...Mehr zum […]
März 3, 2018
AKuntz

Umsatzsteuerliche Behandlung von Bitcoin und anderen sog. virtuellen Währungen

BMF-Schreiben zur umsatzsteuerlichen Behandlung von Bitcoin und anderen sog. virtuellen Währungen

Mit Datum vom 27. Februar 2018 hat das deutsche Bundesfinanzministerium ein Schreiben zur umsatzsteuerlichen Behandlung von Bitcoin und anderen sog. virtuellen Währungen herausgegeben. Die Inhalte basieren auf dem EuGH-Urteil vom 22.10.2015, C-264/14, Hedqvist. In der Fachwelt waren die Äußerungen seitens des Bundesfinanzministeriums lange erwartet worden. Auch in meiner Mandantschaft sind mehrere Personen und Unternehmen, die sich mit Kryptowährungen beschäftigen und damit – auf unterschiedlichste Art und Weise – Geld verdienen. Im Folgenden fasse ich zusammen:

Umtausch von Bitcoin – umsatzsteuerfrei

Die erste Feststellung ist, dass es sich bei dem Umtausch von konventionellen Währungen in Bitcoin und umgekehrt zwar um eine umsatzsteuerbare sonstige Leistung handelt, die aber im Rahmen einer richtlinienkonformen Gesetzesauslegung nach § 4 Nr. 8 Buchst. b UStG umsatzsteuerfrei ist.

Verwendung von Bitcoin als Entgelt

Soweit Bitcoin nur zur bloßen Entgeltentrichtung hingegeben werden, handelt es sich ebenfalls nicht um einen umsatzsteuerbaren Vorgang. Die Umrechnung soll nach dem Schreiben des BMF in analoger Anwendung des Art. 91 Abs. 2 MwStSystRL zum letzten veröffentlichten Verkaufskurs (z. B. auf entsprechenden Umrechnungsportalen im Internet) erfolgen. Dieser Kurs ist vom leistenden Unternehmer zu dokumentieren. Für die Praxis bedeutet dies einen relativ hohen Aufwand, da bei jeder Zahlung sofort der Kurs zu dokumentieren ist oder später mühsam rückwirkend wieder herausgesucht werden muss. Einerseits ist die Idee des BMF nachvollziehbar, unterliegen Bitcoin derzeit Kursschwankungen, die sich weit außerhalb dessen bewegen, was konventionelle Währungen an Kursschwankungen im Regelfall mit sich bringen.

Folgefragen hinsichtlich der umsatzsteuerlichen Behandlung von Bitcoin in Bezug auf weitere Umsätze

„Mining“

Entsprechend dem Schreiben des BMF handelt es sich bei den Leistungen der „Miner“ um sog. nicht steuerbare Vorgänge. Begründung hierfür ist, dass die Transaktionsgebühr, welche die Miner von anderen Nutzern des Systems erhalten können, freiwillig gezahlt wird und in keinem unmittelbarem Zusammenhang mit den Leistungen der Miner steht. Auch die Entlohnung in Form des Erhalts neuer Bitcoin durch das System selbst ist nicht als Entgelt für die Minerleistungen anzusehen, da die Minerleistungen nicht im Rahmen eines Leistungsaustauschverhältnisses erbracht werden. Dieses würde nämlich neben dem Leistenden das Vorhandensein eines identifizierbaren Leistungsempfängers voraussetzen.

„Wallet“

Soweit Anbieter für die digitalen Wallets eine Zahlung von Gebühren verlangen, liegen auf elektronischem Weg erbrachte sonstige Leistungen vor, die grundsätzlich steuerbar und steuerpflichtig sind, soweit der Leistungsort im Inland liegt.

Handelsplattformen

Hier ist zu unterscheiden, ob der Betreiber einer Handelsplattform seine Internetseite als technischen Marktplatz zum Erwerb bzw. Handel von Bitcoin den Marktteilnehmern zur Verfügung stellt (Fall 1) oder ob der Betreiber den Kauf und Verkauf von Bitcoin als Mittelsperson im eigenen Namen vornimmt (Fall 2). Im Fall 1 kommt keine Steuerbefreiung in Betracht, im Fall 2 kommt die Steuerbefreiung nach § 4 Nr. 8 Buchst. b UStG in Betracht.

Umsätze, die sich auf andere virtuelle Währungen beziehen

Auch andere sog. virtuelle Währungen werden angesichts der Urteilsbegründung und unter Berücksichtigung des Gleichbehandlungsgrundsatzes den gesetzlichen Zahlungsmitteln gleichgestellt, soweit diese Währungen als alternatives vertragliches und unmittelbares Zahlungsmittel akzeptiert worden sind und keinem anderen Zweck als der Verwendung als Zahlungsmittel dienen. Dementsprechend ist der Umtausch solcher virtueller Währungen – wie bei Bitcoin – in gesetzliche Zahlungsmittel und umgekehrt steuerbefreit. Diese Ausführungen des BMF gelten nicht für virtuelles Spielgeld (sog. Spielwährungen und Ingame-Währungen, insbesondere in Onlinespielen), da dieses kein Zahlungsmittel im Sinne der Mehrwertsteuer-Systemrichtlinie darstellt.

Änderung des Umsatzsteuer-Anwendungserlasses

Entsprechend der vorgenannten Informationen wird der Umsatzsteuer-Anwendungserlass durch das Bundesfinanzministerium geändert.

Wer sich das BMF-Schreiben vom 27.2.2018 detailliert durchlesen möchte, findet es hier: www.bundesfinanzministerium.de/Content/DE/Downloads/BMF_Schreiben/Steuerarten/Umsatzsteuer/Umsatzsteuer-Anwendungserlass/2018-02-27-umsatzsteuerliche-behandlung-von-bitcoin-und-anderen-sog-virtuellen-waehrungen.pdf?__blob=publicationFile&v=1.

Das soll es zur Zusammenfassung des BMF-Schreibens gewesen sein. Im Folgenden kommt noch eine Anmerkung, die nicht im BMF-Schreiben steht, die aber mich persönlich umtreibt.

Weitere offene Fragen

Ich finde es toll, dass das Bundesfinanzministerium endlich ein BMF-Schreiben zur umsatzsteuerlichen Behandlung von Bitcoin herausgegeben hat. Das nimmt in der Praxis einzelne Unsicherheiten weg. Andererseits gibt es zwischenzeitlich hunderte verschiedene Kryptowährungen und Blockchains (das Bild zum Beitrag ist ganz bewusst so gewählt, und auch dieses zeigt nur einen minimalen Ausschnitt der Möglichkeiten), wovon Bitcoin nur eine sind. Eine Antwort gibt das BMF-Schreiben bzgl. der Verwendung als Zahlungsmittel. Es sind aber noch viele Fragen offen. Ich hoffe, dass man diese mit der Finanzverwaltung zukünftig auf kurzem Wege diskutieren kann.     Also, wer Lust und Interesse hat, diese und andere interessante Entwicklungen zu diskutieren, darf mich gerne ansprechen.
Januar 12, 2018
AKuntz

Crash-Kurs Existenzgründung

Wir wollen die steuerlichen Nebel lichten und Platz für die wichtigen Dinge schaffen. Deswegen wird der Crash-Kurs Existenzgründung veranstaltet.

Existenzgründerseminare

Die Kontaktstelle für Wissens- und Technologietransfer veranstaltet in Zusammenarbeit mit dem Institut für Existenzgründung/Mittelstand (Professor Dr. Heinz Kußmaul) seit 1996 zweiwöchige Existenzgründerseminare. Dabei handelt es sich um einen Crash-Kurs Existenzgründung.

In dem Seminar wird den Teilnehmer/inne/n in insgesamt 23 Doppelstunden (wochentags: abends, samstags: tagsüber) grundlegendes Wissen über die wesentlichen Bereiche der Betriebswirtschaftslehre und über praktische Fragen der Existenzgründung vermittelt. Die praktische Anwendung der betriebs-wirtschaftlichen Theorie erfolgt über die Bearbeitung von Fallstudien, deren Lösung die Teilnehmenden aktiv mitgestalten.

Termin: 19.02. – 02.03.2018 | 17:00 bis 20:15 Uhr
Ort: Campus Saarbrücken | Starterzentrum | Geb. A1 1
Unkostenbeitrag: 200,- Euro | 100,- Euro für Studierende
Anmeldung zum Seminar online hier

Mein Beitrag zum Crash-Kurs Existenzgründung

Ich selbst werde am 02.03.2018 ab 17 Uhr den Workshop „Praktische Steuerfragen für Existenzgründer“ mit den Teilnehmer durchführen.

Unser Ziel bei diesem Workshop ist es, die Nebel, mit denen sich jeder Existenzgründer beschäftigen muss, so weit wie möglich zu lichten, damit die Gedanken um die Gründungsthematik kreisen können und sich nicht mit der Verwaltung beschäftigen müssen.

Dies mache ich bereits zum dritten Mal in Folge. Erfahrungsgemäß sind die Teilnehmer stark motiviert und lassen sich auch nicht davon abhalten, Freitag abends noch den Workshop zu Steuern zu machen. Alleine das ist schon sehr beeindruckend. Auch dieses Jahr wird es mit Sicherheit wieder eine sehr hochkarätige Veranstaltung, für die Teilnehmer. Ich persönlich freue mich schon auf meinen Teil und darauf, wieder eine Menge interessierter angehender Gründer kennenzulernen.

Für Fragen bin ich auch außerhalb des Workshops ansprechbar. Meine Kontaktdaten finden Sie hier.

Der Beitrag wurde am 12. Januar 2018 erstellt.

Januar 8, 2018
AKuntz

Podcast-Interview bei „Jetzt endlich selbständig“

Mein erstes Podcast-Interview: Im Oktober 2017 wurde ich von Carolin Hasenpusch im Rahmen Ihres Podcasts „Jetzt endlich selbständig!“ interviewt.

Podcast-Interview

Es handelt sich um die Specialfolge: „Steuern für Gründer – Interview mit Steuerberater Alexander Kuntz“.

Das Interview dreht sich rund um Existenzgründung und Steuern, aber auch mit ein paar privaten Einblicken. Zum Beispiel mit einem Buchtipp und eigenen Gründungserfahrungen. (mehr …)

Dezember 28, 2017
AKuntz

Upstarters Business Bootcamp

November 2017 – Weltkonferenz JCI

Im November 2017 habe ich im Rahmen der JCI-Weltkonferenz am Upstarters Business Bootcamp teilgenommen. Es handelt sich dabei um ein viertägiges Programm, das von The Trainingagency in den Niederlanden entwickelt wurde. Arco Kats und sein Team (Jan-Joost Kroon, Melissa Janmaat und Rosa Aarnoudse) haben speziell für diese Konferenz ein sehr hochkarätiges Programm aufgestellt.

Upstarters Business Bootcamp – Ablauf

Im Rahmen des Programms wurden an insgesamt vier Tagen wesentliche Themenstellen rund die Unternehmensgründung und -führung beleuchtet.

So wurde z.B. nach einer Persönlichkeitsanalyse der einzelnen Teilnehmer der Umgang von Menschen miteinander vor dem Hintergrund unterschiedlicher Persönlichkeitstypen beleuchtet. Relevant ist dies sowohl im Bereich der Kundenansprache als auch im Bereich der Mitarbeiterführung. Es gibt in diesem Bereich auch ganz wesentliche Indizien und Hinweise auf „Leader“ und „Manager“.

Im weiteren Verlauf wurden im direkten Gespräch mit einer Bank Finanzierungsmöglichkeiten vorgestellt und diskutiert. Durch die Gespräche vor Ort konnten die Bankberater auch ganz konkret und direkt zur eigenen Situation befragt werden.

Das Thema Marketing, insbesondere auch der Einsatz von Social Media im Marketingbereich, bildete einen weiteren Schwerpunkt der Veranstaltung.

Zum Schluss wurde zudem von jedem Teilnehmer ein Elevator-Pitch vorbereitet und präsentiert, inkl. Video-Aufnahme. Das fördert das Springen über den eigenen Schatten und auch die Persönlichkeitsbildung.

Ein weiterer positiver Effekt dieses Kurses war durch die kleine Gruppengröße der Aufbau eines Netzwerkes von Gründern, das sich weltweit spannt. Da es sich um einen internationalen Kongress handelte, sind in meinem Netzwerk nun Personen aus den Niederlanden, aus Belgien, aus Finnland, aus Polen, aus Sri-Lanka und einigen Staaten mehr. Auch dies ist ein besonderer und fast unbezahlbarer Mehrwert. Auch und gerade vor dem Hintergrund, dass ich Fachberater für Internationales Steuerrecht bin, kann ich nun in einigen Ländern Ansprechpartner vor Ort bieten.

Kurzum: die Zeit war sehr gut investiert und hat deutliche Mehrwerte, auch für meine zukünftige Beratungstätigkeit gebracht. Ich gehe davon aus, dass ich meine neuen Erkenntnisse zukünftig auch zum Nutzen meiner Mandanten einsetzen kann.

Bei Interesse vereinbaren Sie bitte einen Termin mit mir.

Beitrag erstellt im Dezember 2017 von Alexander Kuntz.

 

 

 

Dezember 26, 2017
AKuntz

Steuerrechtliche Änderungen 2018

Änderungen ab 2018

Auch im nächsten Jahr erwarten uns wieder steuerrechtliche Änderungen 2018. Die gesetzlichen Rahmenbedingungen wurden im Wesentlichen schon in 2016 und in 2017 geschaffen.

Verlängerung von Steuererklärungsfristen

Bisher 2017 mussten Steuererklärungen im Regelfall bis zum 31. Mai des Folgejahres beim Finanzamt eingereicht werden. Wer einen Steuerberater mit der Erstellung beauftragte, hatte Fristverlängerung bis zum 31.12. des Folgejahres.

Ab dem Steuerjahr 2018 gilt eine neue Frist: Die Steuererklärungen müssen erst bis zum 31. Juli des Folgejahres (für die Steuererklärung 2018 also bis zum 31.7.2019) beim Finanzamt eingehen. Wird ein Steuerberater beauftragt, so wird die automatische Fristverlängerung bis zum 28./29. Februar des übernächsten Jahres gewährt. Fristende für die Steuererklärung 2018 wäre bei Beauftragung eines Steuerberaters also der 29. Februar 2020.

Hinweis: In Ausnahmefällen kann das Finanzamt auch zukünftig vorab die Einreichung von Steuererklärungen verlangen.

Verspätungszuschläge drohen schneller

Eine Neuregelung im Gesetz erfahren auch die Verspätungszuschläge. Ausschlaggebend für die Festsetzung von Verspätungszuschlägen ist zukünftig nur noch das Nichteinhalten des Abgabetermins. Die Verschärfung: Verspätungszuschläge drohen zukünftig auch dann, wenn die Steuer 0 € beträgt oder es sogar zu einer Steuererstattung für den Steuerpflichtigen kommt.

Der Verspätungszuschlag beträgt für jeden angefangenen Monat der Verspätung 0,25 % der Steuernachzahlung, mindestens aber 25 € pro Monat. Die Mindestbeträge werden zukünftig auch in den Fällen von Nullfestsetzung oder Steuererstattung fällig.

Belegvorhaltepflicht

Die neuen gesetzlichen Regelung bringen aber auch Vereinfachungen: So dürfte die neue Belegvorhaltepflicht zu werten sein. Waren bisher noch bestimmte Belege beim Finanzamt einzureichen, so wird diese Regelung von der bisherigen Belegvorlagepflicht in eine Belegvorhaltepflicht geändert. Das bedeutet, dass Belege nicht mehr zwingend beim Finanzamt eingereicht werden müssen, sondern nur noch auf Nachfrage vorgelegt werden müssen.

Belege dürfen natürlich auch zukünftig freiwillig dem Finanzamt zur Verfügung gestellt werden. Dass kann z. B. dann Sinn machen, wenn man ungewöhnliche bzw. ungewöhnlich hohe abzugsfähige Kosten hatte und eine Nachfrage des Finanzamtes sehr wahrscheinlich ist. Dann kann das Mitsenden der Belege den Veranlagungsprozess und die Erstattung von Steuerbeträgen durch das Finanzamt beschleunigen.

Automatisierte Bearbeitung

Zukünftig sollen die meisten Steuererklärungen automatisiert elektronisch bearbeitet werden. Die Bearbeitung der Steuererklärungen durch den Computer führt auch zu einem automatisierten Versand der Steuerbescheide und zu automatisierten Korrekturen, wenn meldepflichtige Daten geändert werden müssen.

Allerdings nutzt die Finanzverwaltung ein Risikomanagementsystem. Prüfungsbedürftige Fälle sollen durch dieses erkannt werden und einem Sachbearbeiter zur Prüfung ausgesteuert werden.

Zusätzlich werden einige Steuererklärungen durch ein Zufallsverfahren ausgewählt und ebenfalls manuell überprüft. Die Sachbearbeiter beim Finanzamt haben zudem jederzeit die Möglichkeit, Steuererklärungen individuell zu prüfen.

Diese automatisierte Bearbeitung soll dazu führen, dass bei der Steuerveranlagung beim Finanzamt weniger Sachbearbeiter benötigt werden. Die frei werdenden Kapazitäten sollen dann in die Prüfung risikobehafteter Fälle und bei Betriebsprüfungen von Unternehmen eingesetzt werden.

Datenübertragung und Kommunikation elektronisch

Schon heute werden von einer Vielzahl von Personen steuerlich relevante Daten an das Finanzamt übermittelt. Dies sind vor allem der Arbeitgeber, Träger der gesetzlichen Rentenversicherung, Leistungsträger von Lohnersatzleistungen, Krankenversicherungen, Banken und viele mehr.

Zukünftig sollen Steuerpflichtige abrufen können, welche Daten bereits dem Finanzamt vorliegen und diese ggfs. auch korrigieren können. Diese Informationen sollen dann auch direkt in die Steuererklärung übernommen werden können. Die vorausgefüllte Steuererklärung, die schon 2014 eingeführt wurde, wird dadurch weiter ausgebaut.

Das Besteuerungsverfahren soll auch weiterhin modernisiert werden. So soll es zukünftig die Möglichkeit geben, dass der Steuerpflichtige einwilligt, dass seine Steuerbescheide vom Finanzamt nicht mehr per Post verschickt werden, sondern elektronisch zum Abruf bereitgestellt werden.

Korrektur von Rechen- und Schreibfehlern des Steuerzahlers

Eine weitere Änderung ist zugunsten der Finanzverwaltung vorgesehen: Steuerbescheide können zukünftig auch nachträglich geändert werden, wenn durch Schreib- oder Rechenfehler zu wenig Steuern gezahlt wurden. Hat. z. B. ein Steuerpflichtiger in der Steuererklärung mehrere Kostenpositionen erfasst und versehentlich einen Beleg doppelt als Ausgabe erfasst und das Finanzamt hat diesen Rechenfehler auf den Steuerbescheid übernommen, obwohl dem Finanzamt die Belege vorlagen und es damit den Fehler erkennen konnte (offenbare Unrichtigkeit), war ein spätere Änderung ausgeschlossen. Mit der Neuregelung kann das Finanzamt die Änderungen nun doch noch vornehmen.

Fragen?

Sollten Sie Fragen haben, sprechen Sie uns bitte an. Wir sind Ihnen gerne behilflich.

 

Diese Zusammenfassung ist nur ein grober Überblick über die einzelnen Änderungen ohne Anspruch auf Vollständigkeit.

Erstellung des Beitrages: 26.12.2017

Wir weisen darauf hin, dass sämtliche auf dieser Seite dargestellten Informationen lediglich allgemeine Informationen darstellen. Es handelt sich keinesfalls um Steuerberatung, betriebswirtschaftliche Beratung oder Rechtsberatungsleistungen. Treffen Sie auf Basis dieser Informationen keine Entscheidungen.

Gerne beraten wir Sie persönlich zu diesen und weiteren Fragestellungen.